Lexikon: K wie Kakao

Die Meisten lieben und kennen sie: die Schokolade. Ob als Tafel, Plätzchen oder Eis, Schokolade ist in unserem Alltag zu jeder Jahreszeit beliebt. Schon längst ist sie kein Luxusprodukt mehr, sondern eher zu einem Massenprodukt im Einkaufswagen geworden. Die Deutschen gehören – gemeinsam mit der Schweiz, Irland und Großbritannien – zu den absoluten Schokoliebhabern: 12 Kilogramm Schokolade essen wir durchschnittlich pro Person pro Jahr.

Kakao ist der Rohstoff, aus welchem Schokolade hergestellt wird. Er stammt aus weit entfernten Ländern: In den Regenwaldgebieten ist unser massiver Kakaoverzehr und der damit verbundene Nutzungsdruck auf die Wälder deutlich zu spüren. Die deutsche Schokoladenindustrie verarbeitet 400.000 Tonnen Kakaobohnen pro Jahr (ICCO). Für 500 Gramm Schokolade werden etwa 400 Kakaobohnen benötigt. Inzwischen ist der Marktanteil von Fairtrade-Kakao bei etwa 8% (37.000 Tonnen in 2017).

Schokolade zergeht beim Essen auf der Zunge, was dem niedrigen Schmelzpunkt bei 33 Grad Celsius zu verdanken ist. Damit ist sie sogar die einzige essbare Substanz, deren Schmelzpunkt niedriger ist, als die menschliche Körpertemperatur.

Kakaofrucht und Kakaobohne

Kakao ist die fermentierte und geröstete Masse, die aus den Samen in der Kakaobohne hergestellt wird. Purer Kakao schmeckt herb, erst durch Zusetzen von Milchpulver und Zucker entsteht das bekannte süße Pulver, welches z.B. für Getränke verwendet wird. In den foodloose Riegeln Frisco Crisp, Himbeere/Schoko und Erdnuss/Schoko ist auch Kakao enthalten, aber natürlich das pure Produkt, ohne Zucker und Milchprodukte. Dank des Agavensirups schmecken die Riegel trotzdem angenehm süß und schokoladig.

An dem Kakaobaum wachsen 10 bis 35 cm lange, 200 bis 1000 Gramm schwere, ledrig-holzige Früchte, die im unreifen Zustand grün sind und sich dann, je nach Sorte, gelb bis rotbraun färben. Die Kakaofrucht braucht etwa 6 Monate bis sie reif ist. Die Bohnen liegen in fünf Reihen in einem weißlichen, süß-säuerlichen Fruchtfleisch („Pulpa“). In einer Kakaoschote können bis zu 60 Bohnen wachsen. Jede Bohne ist ca. 2-3 cm lang und 1 cm breit. Der durchschnittliche Ertrag beträgt etwa 300kg pro Hektar pro Jahr. Auf einer Intensivplantage kann er sogar bis zu 3 Tonnen betragen. Kakaobäume können bis zu 200 Jahre alt werden, da macht es auch nichts, dass die Kakaobohnen, aus denen Schokolade produziert wird, erst nach etwa vier Jahren überhaupt an den Bäumen wachsen.

Geschichte

Die Olmeken, die in Mittelamerika lebten, machten schon um 1500 v. Chr. von der Kakaofrucht Gebrauch und gaben ihr Wissen an die Maya weiter. Diese pflanzten Kakao nicht nur als Erstes an (um 600 v. Chr.), sondern nutzten die Kakaobohnen auch als Zahlungsmittel. Mit der Eroberung Amerikas durch die Spanier (16. Jh. n. Chr.) kam der Kakao dann auch nach Europa. Bis ins 18. Jh. war der Genuss von Kakaoprodukten allerdings nur den wohlhabenden Menschen vorbehalten. Ab Mitte des 19. Jh. begann dann ein regelrechter Boom der Schokoladenindustrie. Nicht nur heute gibt es als Dankeschön oder Aufmerksamkeit eine Schokolade: Bereits die Azteken tauschten die kostbare Bohne gerne gegen andere Dienstleistungen oder Produkte aus.

Schokolade wurde früher nur getrunken: Azteken haben die sogenannte „Xocólatl“ („Bitterwasser“) damals getrunken statt sie zu essen. Auch in Europa, wo man die Kakaobohnen maschinell verarbeitete, gab es die Schokolade zunächst nur als Heißgetränk. Marie Antoinette war wohl ein sehr großer Fan der heißen Trinkschokolade: Die Blaublüterin liebte jedoch nicht nur den Geschmack – Schokolade galt am Hof von Versailles als Aphrodisiakum.

Ursprung

Ursprünglich stammt Kakao aus Lateinamerika, doch heutzutage wird der meiste Kakao in Westafrika (v.a. Elfenbeinküste und Ghana) und Indonesien angebaut. Der Kakaobaum ist im tropischen Regenwald beheimatet und benötigt für sein Wachstum ein warmes und feuchtes Klima sowie ein Plätzchen im Schatten. Er wächst daher in der unteren Baumschicht des Regenwaldes, unterhalb von sogenannten Schattenpflanzen. Da der Kakaobaum nur unter sehr bestimmten klimatischen Bedingungen wachsen kann, sind weltweit nur wenige Flächen für den Kakaoanbau geeignet, die durch den Klimawandel immer weiter schrumpfen. Es gibt verschiedene Anbaumethoden für Kakao, u.a. in Monokulturen, mit Schattenpflanzen oder in biodiversen Agroforstsystemen mit vielen verschiedenen Pflanzen.

Weitere Fakten über Schokolade

Hinsichtlich des Geschmacks weißer Schokolade ist man sich uneinig und auch ihr Status als „echte Schokolade“ ist umstritten. Damit eine Süßigkeit „Schokolade“ genannt werden darf, wird innerhalb der Kakao Verordnung festgeschrieben, dass die Schokolade aus mindestens 35 % Gesamtkakaotrockenmasse bestehen muss, die wiederum mindestens 14 % Kakaopulver und 18 % Kakaobutter enthalten sollte. Das Kakaopulver fehlt in weißer Schokolade allerdings komplett, Kakaobutter ist jedoch enthalten.

Der 7. Juli soll der Tag sein, an dem Schokolade erstmals nach Europa gebracht wurde, doch warum sollte man die süße Leckerei nur einmal im Jahr feiern? Am 28. Juli feiert man den Tag der Milchschokolade, ein weiterer Internationaler Tag der Schokolade wird am 13. September zelebriert und am 7. November wird der Tag der Halbbitterschokolade mit Mandeln gefeiert.

In den inzwischen knapp 60 Jahren der Raumfahrt fanden nicht nur Hunde, Menschen und alle möglichen Gerätschaften den Weg ins All, sondern auch M&Ms. Die Schokolinsen gelten als besonders beliebter Weltraumsnack, da sie durch die harte Schale einiges mitmachen. So wurde die Süßigkeit bereits etwa 130 Mal mit auf die Reise ins Universum genommen.

Für viele ist die berühmte Duschszene in Alfred Hitchcocks Film „Psycho“ eine Kultszene. Was viele nicht wissen: Bei dem Kunstblut, das in dem Film verwendet wird, handelt es sich um Schokosirup. Es wurde keine rote Flüssigkeit benötigt, da der Film in Schwarz-Weiß gedreht wurde. 

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