Lexikon: H wie Haselnüsse

Botanisch gesehen ist die Haselnuss eine der wenigen echten Nüsse. Sie wächst am Haselnussstrauch (Corylus avellana) und zählt zur Gattung der Birkengewächse. Haselnüsse wachsen an Sträuchern, die zwischen zwei und fünf Meter hoch werden. Die Blütezeit und die erste Befruchtung des Haselnussstrauches finden zum Leidwesen vieler Pollenallergiker bereits zu Anfang des Jahres ab Januar statt. Zwischen April und Juni bilden sich Blüten aus. Haselnüsse wachsen nicht einzeln, sondern als eine Art Zusammenschluss. Haselnusskerne sind von einer dicken, holzigen Schale umschlossen. Die Schale ist im Gegensatz zum kugeligen Kern eher länglich und glockenförmig. Der runde Haselnusskern ist von einer rotbraunen Samenhaut umgeben. Die Nüsse werden im Herbst reif und können dann direkt gegessen werden. Getrocknet halten sie sich den ganzen Winter über.

Geschichte

Vor 1.000 Jahren wuchsen Haselnussbäume überall auf der Welt. Pollenfunde weisen darauf hin, dass unsere Vorfahren schon vor Christi Geburt Haselnüsse verzehrten. In vielen Märchen, Mythen und Sagen hat die Haselnuss eine wichtige Rolle und wird sogar zum Filmstar, wie beispielsweise in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Der Nussknacker“ oder „Die drei Nüsse“.

Als in der Mittelsteinzeit nach der Eiszeit das Klima wieder milder wurde, wurde die Haselnuss zu einem dominierenden Gehölz in den mitteleuropäischen Wäldern. Viele Jahre später wurden die Haselnüsse von Eichenmischwäldern verdrängt. Heutzutage findet der professionelle Anbau in Haselnussplantagen größtenteils im Mittelmeerraum statt, wie zu Beispiel in Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien oder der Türkei. Zudem werden in den USA Haselnüsse angebaut. Aber auch in gemäßigten Klimazonen, wie in Deutschland, gedeihen Haselnüsse. Hauptsächlich ist sie in Europa verbreitet. Ob bis zu den Orkney-Inseln in Schottland oder zum norwegischen Polarkreis – der Gemeinen Hasel ist es nicht zu kalt in Europas Norden. Sie bevorzugt jedoch sonnige Plätze und ist auf kleinen Lichtungen oder an Waldrändern verbreitet.

Wer in der Schule im Biologieunterricht gut aufgepasst hat, weiß es vielleicht noch: Nussbäume wie die Haselnuss, haben fleißige Helfer, die für ihre Erhaltung und Ausbreitung sorgen. Dazu gehört vor allem das Eichhörnchen, welches die Nüsse als Wintervorrat sammelt und anschließend versteckt. Wo es mal eine Nuss verliert oder das Versteck vergisst, wächst im nächsten Frühling ein neues Haselnuss-Bäumchen heran.

Haselnussregion Türkei

Um vorwiegend süße Produkte wie Nougat herzustellen, besteht jährlich ein großer Bedarf an Haselnüssen. Als Gebiet mit sehr günstigen Anbaubedingungen hat sich die Türkei erwiesen. Mit 70 % haben die Anbauregionen dort den Hauptanteil der Welternte erlangt.

Seit den 1970er Jahren hat sich die Anbaufläche verdreifacht und der Ernteertrag mehr als verdoppelt. Viele Menschen in der Türkei beziehen ihren Lebensunterhalt aus dem Haselnussanbau. So wurden in der Türkei 2012 beispielsweise 660.000 Tonnen Haselnüsse geerntet. Zum Vergleich: Auf Platz zwei steht Italien mit gerade einmal 85.000 Tonnen, auf Platz drei die USA mit 30.000 Tonnen. Die Vormachtstellung der Türkei auf dem Haselnussmarkt gibt den Weltmarktpreis der Nüsse vor. Die Türkei ist der größte Haselnussexporteur der Welt: In der Saison 2018-2019 wurden Haselnüsse im Wert von 314 Millionen Dollar ausgeführt.

Inhalts- und Nährstoffe

Haselnüsse enthalten etwa 60 % Fett. Auf 100 g gerechnet weisen sie daher eine hohe Zahl an Kalorien auf (2685 kJ = 650 kcal). Die gute Nachricht: Es handelt sich hauptsächlich um ungesättigte Fettsäuren. Diese wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Haselnüsse haben einen hohen Ballaststoffanteil von 8,6 g und verfügen über viele lebenswichtige Mineralstoffe und Vitamine. Haselnüsse können dabei helfen, die Laune anzuheben, denn sie enthalten eine Aminosäure, welche im Körper zum Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Zudem enthalten sie Lezithin, einen Stoff der die Nervenfunktion und das Gedächtnis positiv beeinflusst. Das ebenso enthaltene Vitamin E schützt die Zellen vor freien Radikalen.

Haselnuss ist nicht gleich Haselnuss

Isst man ein leckeres Stückchen Haselnussschokolade, kann man sich nie sicher sein, welche Nussart nun gerade in ihr steckt. In nur etwa einem Viertel handelt es sich um die Gemeine Hasel (Corylus avellana). Der Großteil der Haselnüsse stammt nämlich von der sogenannten Lambertshasel (Corylus maxima). Im Handel werden einfach alle Sorten als Haselnüsse bezeichnet. Hinsichtlich Qualität und Geschmack gibt es zum Glück keinen Unterschied.

Verwendung

Haselnusskerne sind vielfältig einsetzbar wie zum Beispiel pur als Snack oder in der Nussmischung, im Müsli, als nussige Komponente im Salat oder in Desserts, als Zutat in Back- und Teigwaren. Im Frisco Crisp Bio-Nussriegel von foodloose stecken ebenfalls viele knackige Haselnüsse. Einige Produkte, wie die vielgeliebte Nussnougatcreme, würde es ohne Haselnüsse nicht geben. Wer mal etwas anderes probieren möchte, der sollte es mal mit purem Haselnussmus versuchen. Das ölige Mus schmeckt beispielsweise sehr gut auf Brot. Haselnüsse werden auch zu Haselnussöl verarbeitet. Dieses eignet sich aufgrund seines nussigen Geschmacks für Salate. Der würzige Geschmack der Haselnuss gibt auch vielen Likören und Schnäpsen ein einzigartiges Aroma.

Wer hätte gedacht, dass auch die Blätter des Haselnussstrauchs essbar sind und gar nicht so schlecht schmecken? Einfach kurz blanchiert lassen sie sich in der Küche, ähnlich wie Weinblätter, verwenden und werden so zu kleinen Snacks mit pikanten Füllungen. Der Geschmack ist dabei milder als der von Weinblättern. Wichtig ist, dass junge Blätter (April bis Juni) verwendet werden, da sie zarter sind. Wenn man Blätter zum Trocknen sammelt, können auch spätere Blätter genutzt werden. Aus den getrockneten Blättern lassen sich Tees aufbrühen, die in der naturheilkundlichen Medizin nachgesagt wird, bei Darmproblemen und hohem Cholesterinspiegel zu helfen. 

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