Lexikon: B wie Blaubeere

Allgemeine Infos

Ob Heidelbeere (lat. Vaccinium), Blaubeere oder Schwarzbeere – es handelt sich immer um dieselbe Frucht. Die Europäische Kulturheidelbeere stammt nicht von heimischen Wildpflanzen ab, sondern von amerikanischen Blaubeeren. Diese wurden erstmals in den Zwanzigerjahren in Europa angebaut.

Heidelbeeren wachsen von Juni bis September. Ihre Sträucher werden ungefähr 50 cm hoch und sind dicht verzweigt. Sie wachsen in Wäldern mit saurem, torfigem Boden und häufig nah von Nadelhölzern. Der Strauch trägt hübsche, grün-weiße oder rosafarbige, glockenförmige Blüten. Das Anpflanzen und Ziehen von Heidelbeersträuchern im eigenen Garten kann aufwändig werden. Es braucht einige Jahre bis der Strauch groß und kräftig genug ist und bis er reichlich Beeren trägt.

Geschichten um die Heidelbeere

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Kultivierung und Zucht von Heidelbeeren in Nordamerika. Nach anfänglichen Misserfolgen gelang es durch geschickte Kreuzungen und Weiterentwicklungen der wilden Sorten, ertragreiche und kultivierbare Sorten zu entwickeln. Die Anbauflächen auf der Nordhalbkugel vergrößerten sich von da an rasant.
Systematisch angebaut wurden Heidelbeeren in Deutschland ab 1930, größere Anbauflächen gab es ab 1950. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage als besonders nährstoffreiches Superfood verdoppelte sich in den drei Jahren von 2003 bis 2006 die Anbaufläche noch einmal fast von 2300 auf 4500 ha.

Unterscheidung: Kulturheidelbeere und heimische Waldblaubeere

Die in Deutschland heimische, wilde Heidelbeersorte (lat. Vaccinium myrtillus) ist selten geworden. Deutlich verbreiteter ist die gezüchtete Kulturheidelbeere, welche aus dem Supermarkt bekannt ist. Die heimische Waldblaubeere ist kleiner als die gezüchtete Heidelbeere. Dafür ist sie deutlich stärker gefärbt. Heimische Beeren färben daher deutlich intensiver, aromatischer und auch etwas saurer als ihre amerikanischen Verwandten.

Aussehen und Geschmack

Je nach Sorte sind die blauen Früchte zwischen erbsen- bis haselnussgroß. Die Früchte enthalten zwischen 30 und 80 winzige Samen, aus welchen sich neue Pflanzen ziehen lassen. Geschmacklich ist die Heidelbeere eine Besonderheit. Sie ist süß mit einzelnen sauren Noten. Sie wirken leicht adstringierend und lösen demnach ein Gefühl des "Zusammenziehens" im Mund aus.

So gesund sind Heidelbeeren

Der blaugraue „Hauch“ oder die leckere Wunderbeere:
Die kleinen, blauen Früchte tragen viele Antioxidantien in sich und sind auch als heimisches Superfood bekannt. Auch tiefgekühlt sind die Beeren eine gute Wahl, da die Kälte ihren gesunden Pflanzenfarbstoffen (Anthocyanen) nichts ausmacht.

Früher Naturheilmittel, heute Superfood

Überall wo Heidelbeeren wild wuchsen, waren sie seit jeher eine wichtige Nahrungs- und Nährstoffquelle und begehrtes Naturheilmittel. Bei den amerikanischen Ureinwohnern galten die blauen Beeren als Geschenk des "Großen Geistes", der die Kinder und Schwachen vor Hunger und Krankheit schützt.

Sagen um die Beere

Sagen und Mythen nach trägt die Beere eine wichtige Rolle für das menschliche Wohl:
So gibt es die Sage des Heiligen Gandolfs, der während einer schlimmen Hungersnot um die Hilfe der Jungfrau Maria flehte. Daraufhin stieg diese vom Altar und verstreute die Perlen ihres Rosenkranzes im Wald. Aus diesen Perlen wuchsen die ersten Heidelbeersträucher mit reichem Ertrag. Die Menschen waren vor dem Hungertod gerettet.

Heidelberg - die Stadt der Heidelbeeren

In manchen Regionen Deutschlands wuchsen riesige Mengen wilder Heidelbeersträucher:
Einem dieser Orte, Heidelberg, verdankt die Stadt ihren Namen. Auch heute noch werden in Heidelberg regelmäßig die "Heidelbeertage" veranstaltet.

Inhaltsstoffe/ Nährstoffe:

Die in ihnen enthaltenen Anthocyane sind für die tiefblaue Farbe der Beere verantwortlich. Anthocyane gehören zu den Flavonoiden, die wiederum zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden. Heidelbeeren wird aufgrund spezieller Gerbstoffe (Catechinen sowie Pektinen) und zahlreicher Ballaststoffe eine beruhigende Wirkung bei vielen Verdauungsproblemen nachgesagt. Insbesondere getrocknete Heidelbeeren sollen gegen Durchfall helfen, während frische eine eher abführende Wirkung haben.

Blaubeeren sind besonders reich an Vitamin C. Außerdem stecken sie voller weiterer wichtiger Nährstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe: Beta-Carotin, Vitamin B1, B2, Niacin, B5, B6, Folsäure, Vitamin E und Vitamin K. An Mineralstoffen enthalten Heidelbeeren Mangan und kleinere Mengen an Eisen und Zink. Laut Forschungsergebnissen enthalten wilde Blaubeeren sogar insgesamt mehr Antioxidantien als die gleiche Menge Erdbeeren, Pflaumen, Himbeeren oder kultivierter Blaubeeren.

Gesundheitsfördernde Wirkungen:

Blaubeeren zählen zu den zuckerarmen Obstsorten, die den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen lassen. Somit kann der Verzehr von wilden Blaubeeren helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Eine Studie aus Düsseldorf hat nachgewiesen, dass die Einnahme von Blaubeeren, abhängig von zeit- und einnahmeweise, die Funktion der Blutgefäße bei gesunden Männern verbesserte. Wilde Blaubeeren können dabei helfen die Stimmung auf natürliche Weise aufzubessern. Ergebnisse einer Studie weisen drauf hin, dass die Flavonoide der Blaubeere das Risiko an Depressionen zu erkranken, reduzieren können. Studienteilnehmer, die ein Flavonoid-reiches Blaubeergetränk zu sich nahmen, stellten eine positive Wirkung auf ihre Stimmung fest. Ein Mitautor der Studie äußert sich dazu wie folgt: „Dies ist erst eine vorläufige Untersuchung, die jetzt wiederholt und mit anderen Testgruppen durchgeführt werden muss, um zu verstehen, wie die Flavonoide positiv auf die Stimmungslage wirken.“


Müde Kinder im Wald bei Laune halten: Warum dürfen die Nordpolfahrer keine blauen Brillen tragen? Weil sie sonst die Eisbären für Blaubeeren halten könnten.

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