Die Zukunft des Einkaufens

Das Einkaufen wurde schon mehrfach revolutioniert. Nach dem zweiten Weltkrieg setzen sich Selbstbedienungsläden nach und nach in Deutschland durch. Davor war diese Form des Einkaufens völlig undenkbar und ungewohnt. Aktuell erleben wir eine weitere Revolutionsstufe: der Einkauf per Internet (Onlineshopping). Durch das Internet ist es möglich, auch von zu Hause aus Kleidung und Lebensmittel zu bestellen. Die Onlineshops liefern den bestellten Warenkorb dann bequem nach Hause. Dieser Online-Handel ist insbesondere im Non-Food-Bereich bereits gut etabliert und längst in der Gesellschaft angekommen. Doch was gibt es Neues im stationären Handel? Durch welche neuartigen Hilfsmittel kann das Offline-Einkaufen erleichtert werden? Wie wird bereits in anderen Ländern eingekauft und wie wird das Einkaufen in der Zukunft aussehen? Wir haben hier ein paar spannende Beispiele für euch:

Ein Beispiel liefert die britische Supermarktkette Tesco in Seoul, Südkorea. Dort bietet sie den Menschen die Möglichkeit in einer U-Bahn-Station den Lebensmitteleinkauf zu erledigen (Youtube-Video). Dazu werden einige Produkte des Sortimentes (500 Lebensmittel) als Fotos auf den Wänden dargestellt. Per Scan eines QR-Codes  werden die Produkte dann in den Warenkorb gelegt und bestellt. Noch am gleichen Abend werden sie dann geliefert. Auch einige Bushaltestellen in Seoul und der Londoner Flughafen Gatwick wurden bereits mit diesen virtuellen Einkaufsregalen ausgestattet. Der große Vorteil dieser Art des Einkaufens ist, dass Menschen dadurch ihre vergeudete Wartezeit sinnvoll nutzen können. Das Anwendungsgebiet beschränkt sich wohl auf große Städte, dessen Menschen einen hektischen Alltag und wenig Zeit haben. Jedoch sind ähnliche Konzepte, bei denen die Grenzen zwischen Online und Offline verschwimmen, auch für andere Anwendungsbereiche denkbar.

Das nächste Konzept, das wir euch vorstellen möchten, ist Amazon Go. Das ist ein von Amazon entwickelter Supermarkt ohne Kassen, der 2016 vorgestellt wurde Das Ganze soll durch an den Regalen angebrachte Sensoren funktionieren, die jedes Produkt, das dem Regal entnommen wird, erfassen. Nachdem der Kunde alle Artikel zusammen hat, kann er das Geschäft verlassen, ohne sich an einer Kasse anstellen zu müssen. Beim Verlassen wird automatisch über das Amazon Konto bezahlt. Momentan wird diese Technologie weiterhin getestet und der Laden ist nur für Amazon Mitarbeiter geöffnet. Die offizielle Eröffnung des Ladens wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. In diesem Beispiel wird also das stationäre Einkaufen selbst, wie wir es gewohnt sind, durch Automatisierung revolutioniert. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Technik noch nicht ausgereift ist. Halten sich viele Menschen im Laden auf, funktionieren die Sensoren wohl nicht fehlerfrei. Ein Ladenkonzept ohne Kasse hätte sehr viele Kassierer arbeitslos gemacht, was ein Ansatzpunkt für viele Kritiker war. Vorerst akzeptiert Amazon wohl noch die menschlichen Mitarbeiter in den Supermärkten, denn Mitte 2017 wurde bekannt, dass das Unternehmen die Bio-Supermarktkette „Whole Foods“ mit all seinen Mitarbeitern übernehmen wird.

Weitere neuartige Ideen  für stationäre Supermärkte sind zum Beispiel die autonom fahrenden Einkaufswagen WiiGo (Video bei Youtube) der Firma „Follow Inspiration“. Diese Einkaufswagen sind seit letztem Jahr auf dem Markt und folgen dem Kunden nach einer erstmaligen Scannung im Supermarkt von alleine. Sie sind vor allem für Eltern mit einem Kinderwagen oder für Personen im Rollstuhl hilfreich.

Die von einem Berliner Startup erfundene und auch schon teilweise in Deutschland eingesetzte Umkleidekabine von Phizzard beinhaltet einen Touchscreen, welcher über die Verfügbarkeit und Varianten (andere Farbe oder andere Größe) des Kleidungsstücks informiert (Video bei Youtube). Die Wünsche des Kunden werden dann über ein mobiles Device an den Verkäufer weiter geleitet, der die Artikel dann direkt in die Umkleidekabine bringen kann. In einem weiteren Entwicklungsschritt ist die Vernetzung mit allen Lagerbeständen angedacht, so dass der Kunde auch Artikel bestellen kann, die zwar nicht im Laden vor Ort verfügbar sind, aber über den Onlineshop lieferbar sind.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Zukunft des Einkaufens sehr technikbasiert und digital sein wird. Viele Lösungen werden darauf abzielen, den Einkauf zeitsparender und bequemer zu erledigen. Insbesondere für ältere oder nostalgische Menschen geht dabei das Einkaufserlebnis wahrscheinlich etwas verloren: das Anfassen der Produkte, der kurze Schnack an der Käsetheke und vielleicht auch das Anstellen an der Kasse. Die Zukunft wird den großen Ketten gehören, denn eine technische Aufrüstung ist für viele kleine Filialen nur schwer zu stemmen. Die Anzahl der kleinen und selbstständigen Läden wird wahrscheinlich zurück gehen.

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